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Jeanne de Kroon ist Designerin von Zazi Vintage. Ihr Label steht für ethische Mode. Bild: Jonas Huckstorf

Zazi Vintage x Afghanistan : ?Ich wünschte jeder k?nnte Kleidung so sehen, wie ich sie sehe“

  • -Aktualisiert am

?Zazi Vintage“ tut mehr, als einfach nur aus alten Stoffen neue Kleider zu n?hen. Im Interview spricht Designerin Jeanne de Kroon darüber, warum gerade Afghanistan für sie interessant war und was Hühner mit ethischer Mode zu tun haben.

          8 Min.

          Oft reicht es uns zu wissen, dass ein Label nachhaltig produziert oder sich für Nachhaltigkeit einsetzt. Wie genau es diese Nachhaltigkeit umsetzt, darüber machen sich die wenigsten Gedanken – unser Gewissen ist schlie?lich schon mit einem vielversprechenden Logo beruhigt. Dabei ger?t in Vergessenheit, dass Kleidung nicht nur von Maschinen, sondern von Menschen unter meist miserablen Arbeitsbedingungen gefertigt wird.

          Jeanne de Kroons Idee von Nachhaltigkeit geht über ein grünes Logo und Bio-Baumwolle hinaus. Ihr Label Zazi Vintage steht für ethische Mode, Nachhaltigkeit ist für sie selbstverst?ndlich. Seit der Gründung 2016 arbeitet sie mit NGOs und Kooperativen, unter anderem in Indien, Usbekistan, Tadschikistan und in der Mongolei zusammen. Dort setzt sie sich für Frauen in der Bekleidungsindustrie ein, wirtschaftlich wie sozial. Ihr n?chstes Projekt führt Jeanne de Kroon nach Afghanistan, wo sie zusammen mit der Initiative der Vereinten Nationen für ethische Mode (EFI) die Brücke zwischen traditionsreichem Kunsthandwerk und dem internationalen Lifestylemarkt schlagen will. Unterstützung bekommt sie dabei von Samina Ansari, einer gebürtigen Afghanin und Gründerin des Unternehmens ?Avyanna-Diplomatie“. Sie verbindet den internationalen Markt mit dem afghanischen Handwerk und der Industrie. ?Avyanna“ hei?t ?starke und sch?ne Frau“ und ist eine Ode an die Sch?nheit Afghanistans. Diese soll, zusammen mit der afghanischen Tradition und ihren Sch?tzen, ethisch und nachhaltig in die Welt getragen werden, zum Beispiel in Form des handgefertigten ?Afghan Coats“.

          Afghanistan wird meistens als Risikogebiet gesehen und mit Krieg in Verbindung gebracht, warum haben Sie sich für ihr Projekt für dieses Land entschieden?

          Die Frage müsste lauten: Warum nicht dieses Land? Seit Jahren herrscht in Afghanistan Krieg und genau so lange h?ren wir die immer gleichen Geschichten der Zerst?rung. Genau dieses Narrativ muss unbedingt ver?ndert werden. Wir müssen anfangen, die Menschen dahinter zu sehen. Sie sind nicht nur Opfer des Krieges und der Umst?nde dort, sondern talentierte Menschen, mit unglaublicher Kraft und unglaublichem Wissen, von denen wir viel lernen k?nnen. Unsere Frage war: Wie k?nnen wir der Welt ihre Geschichte und Handwerkskunst mitteilen, um positive Ver?nderung zu bringen.

          Wie kamen Sie überhaupt nach Afghanistan?

          Vor fünf Jahren, als ich mit Zazi angefangen habe, lernte ich in Indien diese unglaublich inspirierende afghanische Familie kennen. Sie waren Vintage-H?ndler. Ich traf sie in einem kleinen Shop, einem Raum voller Stoffe, und habe mich sofort in ihre Geschichten verliebt. Wir haben Safran-Tee getrunken und Mandeln gegessen, w?hrend Sie mir Videos von tanzenden Frauen in wundersch?nen R?cken zeigten. Ich habe Afghanistan bis dahin noch nie so gesehen und fragte mich, warum.

           Zazi Vintage will der Welt die Sch?nheit Afghanistans n?her bringen.
          Zazi Vintage will der Welt die Sch?nheit Afghanistans n?her bringen. : Bild: Freshta / PR

          Und mit dieser Familie arbeiten Sie jetzt zusammen?

          Genau, mit der zweiten Generation. Sie sind in etwa so alt wie ich und es hat eigentlich damit angefangen, dass ich aus Vintage-Stoffen aus der ganzen Seidenstra?e Kleider machte. So kam Zazi überhaupt zustande. Die ersten Kleider waren 100 Prozent upgecycelt – viele sind es auch heute noch. Irgendwann bin ich tiefer in die afghanische Lieferkette eingetaucht. Seit 2018 ist die UN-Initiative für ethische Mode unser Hauptpartner in Kabul. Sie arbeiten mit den unglaublichsten Projekten zusammen, von einem weiblich geführten Seidenwebereibetrieb bis hin zu einer Naturfarbenmeisterin, die mit natürlichen Elementen Stoffe f?rbt. Eines der Unternehmen – Tarsian & Blinkly – stellt nun auch unsere M?ntel her.

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