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Aus für Online-Stadtportale : Merkurist überlebt Corona nicht

Der letzte Artikel: Merkurist ist aufgrund der Corona-Krise nicht mehr rentabel (Symbolbild). Bild: dpa

Nach fünf Jahren in Mainz und Wiesbaden ist Schluss: Der Merkurist ver?ffentlicht seinen letzten Artikel. Corona mache ihnen einen Strich durch die Rechnung, schreibt das Stadtportal. Das Gesch?ftsmodell sei bedauerlicherweise nicht mehr rentabel.

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          Auf die Verbreitung dieser Nachricht h?tten die Mitarbeiter des Online-Portals Merkurist vermutlich gerne verzichtet. Am Freitag verabschiedeten sich die beiden bis dato für Mainz und Wiesbaden zust?ndigen Lokalredaktionen ?traurig von unserer Community“, die von den überwiegend jungen Journalisten in den vergangenen fünf respektive vier Jahren t?glich auf dem Laufenden gehalten worden war. ?Corona macht uns jetzt einen Strich durch die Rechnung“, begründete Sarah Heil, Autorin des ?letzten Artikels, der auf Merkurist vom gewohnten Team erscheint“, das Ende eines Projekts, mit dem der Lokaljournalismus eigentlich auf den Kopf gestellt werden sollte.

          Markus Schug

          Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          Denn zum einen hatte die Netzgemeinde bei diesem Gesch?ftsmodell unentgeltlich Zugriff auf alle ver?ffentlichten Beitr?ge, von denen etliche allerdings gesponsert und somit erkl?rterma?en werblich waren. Zum anderen durften die Leser mittels ?Snips“ – also kleinen Textschnipseln – gerne auch selbst vorschlagen, welche lokalen Themen als N?chstes aufgriffen und recherchiert werden sollten.

          Gab es dafür mittels ?O-ha!“-Button genügend Zustimmung von anderen Nutzern, wurde tats?chlich ein Mitglied der Redaktion losgeschickt, die Auftragsarbeit zu erledigen und der Sache auf den Grund zu gehen. Au?erdem durften und sollten die User auf den Merkurist-Seiten im Internet einzelne Artikel durch eigene Bilder, Videos oder Kommentare bei Interesse erg?nzen.

          Keine Chance auf wirtschaftlichen Erfolg

          Wie zuvor in Frankfurt, wo man sich nach dreij?hrigem Gastspiel im Dezember des vergangenen Jahres schon wieder verabschiedete, wird diese Art der Berichterstattung nun auch in Mainz und Wiesbaden eingestellt. Gesellschafter der Merkurist Rhein-Main GmbH, die laut Ankündigung bis zum Jahresende liquidiert werden soll, sind die beiden Unternehmer Jan Zirn und J?rg Krick sowie die VRM GmbH (ehemals Verlagsgruppe Rhein-Main) mit Sitz in Mainz, die in der Rhein-Main-Region und in Mittelhessen mehrere Tageszeitungen herausgibt.

          ?Das Ziel, Lokaljournalismus mit User-Beteiligung und Werbeeinblendungen als ein nachhaltiges Gesch?ftsmodell zu etablieren, ist nicht im geplanten Zeitrahmen erreicht worden“, lautet das Fazit der Verantwortlichen. Aktuell schwer gebeutelt von der Corona-Pandemie, sehen sie offenbar keine Chance mehr dafür, eventuell zu einem sp?teren Zeitpunkt doch noch wirtschaftlich erfolgreich arbeiten zu k?nnen.

          Merkurist will Mainz treu bleiben

          Die beiden Nachrichtenportale für die beiden Landeshauptst?dte, die inhaltlich allerdings oft eher an Stadtmagazine erinnerten, seien ?leider ein Opfer der zweiten Corona-Welle geworden“, hei?t es in einem Schreiben der VRM-Gesch?ftsführung: ?Die Absage fast aller Veranstaltungen, die zu den wichtigsten Werbeinhalten auf den Portalen geh?rt haben“, lasse keine positive Gesch?ftsentwicklung für die n?chsten Jahre erkennen.

          ?Leider ist es nicht im geplanten Zeitraum gelungen, das Projekt trotz einer enormen lokalen Reichweite auf nachhaltig selbstragende Beine zu stellen“, gestanden die Investoren Zirn und Krick ein. Laut der eigenen Mediadaten-Ver?ffentlichung gab es monatlich zuletzt etwa 1,2 Millionen Besuche auf den Merkurist-Seiten, die demnach zirka 470.000 Leser erreichten. Die Schlie?ung dieser beiden Portale wirke sich aber nicht negativ auf andere Projekte der eigenst?ndigen Merkurist GmbH aus, die als Plattformbetreiber weiterhin für verschiedene Branchen t?tig sein werde und der Stadt Mainz ?als Wachstumsunternehmen“ treu bleiben wolle.

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