http://www.karinajett.com/-gpf-a5gkl
Bildbeschreibung einblenden

Corona in Kliniken : Sollen infizierte ?rzte weiterarbeiten?

Ein Intensivpfleger arbeitet auf der Intensivstation eines Krankenhauses in Berlin an einem Corona-Patienten Bild: dpa

Immer mehr ?rzte und Pfleger stecken sich mit dem Coronavirus an. Was passiert, wenn dadurch die Versorgung von Patienten in Gefahr ger?t? Gesundheitsminister Spahn sagt: Notfalls sollen infizierte ?rzte weiterarbeiten.

          2 Min.

          Nachdem der Pr?sident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, vor den Folgen steigender Coronavirus-Infektionen unter medizinischem Personal gewarnt hatte, ist nun eine Debatte über den Umgang mit infizierten ?rzten und Pflegern ausgebrochen. 

          Kim Bj?rn Becker

          Redakteur in der Politik.

          Wieler hatte gesagt, das Personal stelle zunehmend einen Engpass dar. ?Durch hohe Infektionszahlen sind auch mehr Mitarbeiter betroffen, die im Krankenhaus arbeiten.“ Es komme zunehmend zu akuten Einschr?nkungen des Betriebs aufgrund von Personalmangel. Seit dem Beginn der Pandemie haben sich mehr als 21.000 Mitarbeiter in Krankenh?usern und Arztpraxen mit dem Virus infiziert. 812 Personen mussten deswegen selbst ins Krankenhaus, 25 starben an oder mit dem Virus. Nach Sch?tzungen des Robert-Koch-Instituts sind aktuell mehr als 1700 ?rzte und Pfleger Corona-infiziert.

          Zum Abschluss des Deutschen Pflegetags hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Donnerstag gesagt, es k?nne n?tig sein, dass ?rzte oder Pfleger, die Kontaktpersonen von Infizierten sind, notfalls mit t?glichen Corona-Tests und speziellen Atemschutzmasken weiterarbeiten. Dies gelte zumindest dann, wenn die Versorgung der Bewohner von Pflegeheimen oder von Patienten in Krankenh?usern sonst zusammenbrechen k?nnte. Spahn erkl?rte daraufhin am Freitag, es handele sich dabei um eine Empfehlung des Robert-Koch-Instituts, die nicht neu sei. Es gehe um absolute Notsituationen. Demnach k?nne sogar infiziertes Pflegepersonal bei akuter Personalknappheit m?glicherweise die Quarant?ne verkürzen oder bei Symptomfreiheit unter bestimmten Voraussetzungen weiter in der Versorgung eingesetzt werden.

          ?Politischer Offenbarungseid“

          Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, kritisierte das. ?Corona-Infizierte weiterarbeiten zu lassen, ist der politische Offenbarungseid“, sagte Brysch am Freitag in Dortmund der Katholischen Nachrichtenagentur. Notwendig sei stattdessen ?ein systematischer und t?glicher Einsatz von Schnelltests bei allen Mitarbeitern in Krankenh?usern und Heimen“. Dann liege innerhalb von 20 Minuten das Ergebnis zu einer m?glichen Ansteckung vor. Labormediziner warnen allerdings, dass der Schnelltest nicht so genau sei wie der klassische PCR-Test, dessen Auswertung l?nger brauche und stets im Labor vorgenommen werden müsse. 

          Die Online-Flatrate: F+
          FAZ.NET komplett

          Zugang zu allen exklusiven F+Artikeln. Bleiben Sie umfassend informiert, für nur 2,95 € pro Woche.

          Jetzt 30 Tage kostenfrei testen

          Der frühere Pr?sident der Bundes?rztekammer und derzeitige Welt?rztepr?sident Frank Ulrich Montgomery sagte, ein Einsatz infizierter ?rzte und Pfleger sei als letzte Ma?nahme m?glich. ?Wenn es gar nicht anders geht, ist es immer noch besser, dass ein symptomfrei an Covid erkrankter Arzt sich um einen Patienten kümmert, als dass sich niemand um ihn kümmert“, sagte Montgomery. Das sei zwar ein sehr bedauerlicher Zustand. ?Aber es kann sein, dass es dazu keine Alternative gibt“. Montgomery stellte darüber hinaus klar, dass dieses medizinische Personal sich ausschlie?lich um Corona-Patienten kümmere.

          ?Absolute Notma?nahmen“

          Auch der Bundesvorsitzende des Verbands der niedergelassen ?rzte Deutschlands, Dirk Heinrich, sagte, ein Einsatz Corona-infizierter Pflegekr?fte werde sich kaum vermeiden lassen, wenn die Personalzahl nicht mehr ausreiche. ?Das sind natürlich absolute Notma?nahmen, und um diese zu vermeiden, sind jetzt ja diese Ma?nahmen, die wir gemeinsam mit der Bev?lkerung durchführen, ja absolut notwendig“, sagte er.

          Das Universit?tsklinikum in Halle hat unterdessen mit einem Massentest begonnen. Etwa 4000 Mitarbeiter würden einem Corona-Schnelltest unterzogen, sagte Oberbürgermeister Bernd Wiegand am Freitag. Mit Ergebnissen sei Mitte kommender Woche zu rechnen. Zuvor habe es drei Infizierte an der Klinik gegeben.

          Auch in anderen L?ndern wird darüber diskutiert, ob positiv getestete ?rzte weiter an Patienten arbeiten sollen. Im amerikanischen Bundesstaat North Dakota erlaubte der Gouverneur inzwischen positiv getesteten ?rzten ohne Symptome, weiter auf Corona-Stationen zu arbeiten.

          Weitere Themen

          überlebende berichten Video-Seite ?ffnen

          Massaker in Tigray : überlebende berichten

          Beim überfall auf die Stadt Mai-Kadra in der Konfliktregion Tigray sind hunderte Zivilisten get?tet worden. Ein überlebender berichtet von dem Angriff. Unklar ist, wer für das Blutbad verantwortlich ist.

          Topmeldungen

          Franziska Giffey: M?chte die Berliner mit dem Thema Innere Sicherheit überzeugen.

          Parteitag der Berliner SPD : Giffey will es wissen

          Auf dem ersten hybriden Parteitag der Berliner SPD wirbt die Bundesfamilienministerin für ihre Führungsrolle in der Hauptstadt. Zu ihrer Doktorarbeit sagt sie nichts. Nun kommt es darauf an, wie stark ihre Partei sie machen will.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu best?tigen.
          汤姆叔叔-在线视频