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?Feminines“ Wirtschaftsmagazin : Business, nicht nur für M?nner

Katharina Wolff hat die Personalberatung D-Level gegründet und ist seit kurzem Verlegerin. Bild: Joy Kroeger

Katharina Wolff führt eine Personalberatung in Hamburg. Schaut sie in Wirtschaftsmagazine, stellt sie fest, dass Frauen dort kaum eine Rolle spielen. Das will sie mit einem ?femininen“ Business-Blatt ?ndern. Ein Interview.

          4 Min.

          Frau Wolff, Sie haben ?Strive“ gegründet, ein ?feminines Businessmagazin“, das von Januar an erscheinen soll. Wie kam es dazu?

          Ich habe schon vor Jahren gedacht, ich h?tte mal Lust, ein Magazin herauszugeben, und wusste auch immer, dass ich dann Lust h?tte auf ein physisches Produkt, also auf ein Printprodukt. Corona war dann einer der Ausl?ser. Meine Personalberatung l?uft gut, deshalb hatte ich einfach mehr Zeit und dachte: Vielleicht ist jetzt der Moment, die Idee tats?chlich umzusetzen.

          Warum haben Sie sich für ein Printmagazin entschieden?

          H?tte man mich vor sechs Monaten gefragt, h?tte ich gesagt, Print ist tot, weil ich schon ein digital native bin und mein Berufsleben sich immer im Digitalbereich abgespielt hat. Aber tats?chlich gehen siebzig Prozent des Online-Umsatzes von Medien an Facebook und Google. Das hei?t, die gesamte Online-Content-Welt teilt sich drei?ig Prozent des Umsatzes. Das ist für ein Gesch?ftsmodell wirklich sehr riskant. Und Print wirkt immer noch, wenn man eine bestimmte Nische, eine bestimmte Zielgruppe hat. Deshalb war klar, dass wir um Print nicht herumkommen werden.

          Lassen sich Medienprodukte nicht effizienter digital vermarkten?

          Das habe ich gedacht. Tats?chlich wird das haptische Produkt aber viel mehr als Gegenwert wahrgenommen als Inhalte, die nur auf einer Website stehen. Konsumenten sind eher bereit, für etwas zu zahlen, was sie in den H?nden halten. Das ist auch der Grund, aus dem so wenige Paywalls bei Zeitungen funktionieren. Keine Zeitschrift oder Zeitung k?nnte sich rein über die Online-Abonnentenzahlen finanzieren, auch nicht ansatzweise in den n?chsten fünf Jahren. Es w?re also viel mutiger gewesen, ein reines Online-Magazin zu gründen.

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          Wieso wollten Sie ein feminines Pendant zum ?Manager Magazin“ gründen?

          Ich investiere seit 2012 in Start-ups. Und ich habe immer in Start-ups investiert, bei denen ich pers?nlich dachte, dass die gebraucht werden. Wenn ich das Produkt verstehe und mich in die Zielgruppe hineinversetzen kann, weil ich Teil der Zielgruppe bin. So ist auch ?Strive“ entstanden. Ich lese auch ein Frauenmagazin, und ich lese auch mal ein Wirtschaftsmagazin, ich finde mich aber in beiden Welten nicht wieder. Beim ?Manager Magazin“ oder dem ?Capital“ wird mir nach der H?lfte ehrlicherweise ganz anders, weil mir klar wird, dass dieses Heft überhaupt nicht für mich geschrieben wird. Das finde ich schade, weil es für Frauen wie mich, die karrierebewusst sind und Lust haben, ihren Beruf in den Vordergrund oder zumindest in Gleichberechtigung zur Familie zu stellen, kein Magazin gibt. Diese Zielgruppe w?chst aber jeden Tag.

          In der Wirtschaftswelt sind Frauen keine Exoten. In den Medien gibt es Frauen wie Miriam Meckel. Woher kommt es, dass Frauen in Wirtschaftsmagazinen trotzdem weniger angesprochen werden?

          Das hat viel damit zu tun, dass stark in Auflage gedacht wird. Da wird nicht nur daran gedacht, ob die Zielgruppe interessant für Werbepartner ist. Das geht uns auch gerade so: Die Werbekunden, die nur an Reichweite denken, werden keine Werbung bei uns schalten. Aber die, die verstehen, dass wir eine sehr spannende Zielgruppe haben, die wir wirklich erreichen, die finden das interessant. Ich glaube aber, dass viele Magazine sehr stark auf Reichweite gesetzt haben und versuchen Schlagzeilen zu schaffen. Die weibliche Zielgruppe ist natürlich noch kleiner. Aber ich m?chte ein Magazin für Frauen nicht als Spezialmagazin abstempeln. Wir sind nicht ?Haus und Hund“. Die Gruppe der zielorientierten Frauen ist viel, viel gr??er. Und deshalb muss man schauen, dass man ein Magazin schafft, was jetzt als Nische wahrgenommen wird, aber jedes Jahr w?chst, weil die Zielgruppe w?chst.

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