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Karl & Faber : Wilhelm Busch macht Faxen

  • -Aktualisiert am

Thomas de Keyser, ?Bildnis eines jungen Mannes mit wei?er Halskrause“, ?l auf Holz, 60 x 50 cm, Taxe 30.000/40.000 Euro. Bild: Karl und Faber

Alte Meister und 19. Jahrhundert bei Karl & Faber in München. Ein Blick in die Kataloge.

          2 Min.

          Der vornehm gekleidete junge Mann mit Bürstenhaarschnitt und zartem Bartflaum auf den rosigen Wangen dürfte der guten Amsterdamer Gesellschaft angeh?rt haben. Neben seiner vornehmen Kleidung sprechen dafür die Mittel, die offenbar für sein Konterfei zur Verfügung standen. Das Bildnis, das Karl & Faber in München am 14. November in der Auktion mit Alten Meistern und Kunst des 19. Jahrhunderts gesch?tzt auf 30.000 bis 50.000 Euro versteigert, ist Thomas de Keyser zugeschrieben, einem der führenden Portr?tkünstler Amsterdams bis zum Eintreffen Rembrandts in der Stadt. Ehemals z?hlte das um 1620 zu datierende Gem?lde zur bedeutenden Sammlung des in Berlin lebenden jüdischen Textilfabrikanten Richard Semmel, der 1933 emigrierte. Nach vielen Umwegen, unter anderem hing es mehrere Jahre im Museum in Gouda, wurde es 2009 den Erben nach Richard Semmel restituiert.

          Karl & Faber versteigert im Saal, empfiehlt aber wegen situationsbedingter Beschr?nkung der Besucherzahl, online, telefonisch oder schriftlich zu bieten. Etwa zur selben Zeit wie de Keyser den jungen Mann malte Sebastian Vrancx in Antwerpen seine lebendige Schilderung von Plünderungen auf einem Schlachtfeld durch die Sieger. Das Werk kommt nach fünfzig Jahren in einer norddeutschen Sammlung erstmals wieder auf den Markt (Taxe 40.000/60.000 Euro). Als wertvollstes italienisches Los strebt eine thronende Madonna mit dem daumenlutschenden Kind, auf Goldgrund gemalt um 1360 vom Bernardo-Daddi-Schüler Puccio di Simone, 40.000 bis 60.000 Euro an.

          Carl Spitzweg, ?Der Geologe“, ?l auf Karton, 34,5 x 29 cm, Taxe 40.000/60.000 Euro.
          Carl Spitzweg, ?Der Geologe“, ?l auf Karton, 34,5 x 29 cm, Taxe 40.000/60.000 Euro. : Bild: Karl & Faber

          Johann Georg von Dillis’ Talent für atmosph?rische Momentaufnahmen belegt die luftig lockere Studie einer Voralpenlandschaft in warmem Licht mit Wanderern, die er um 1820/30 in ?l auf Velin malte (20.000/25.000). In grauer Weite hingegen spielt Heinrich Bürkels ?Bettleranfall an einer italienischen Poststation“, eine von mehreren Fassungen des Themas (10.000/12.000). Anders turbulent geht es auf einem ?Puttenreigen um eine Faunsherme“ zu (8000/10.000), der als eines von vier Werken Wilhelm Buschs aus westf?lischem Privatbesitz kommt, darunter ein kleines Gem?lde mit neun Selbstdarstellungen des allerhand Gesichter schneidenden Comic-Pioniers (12.000/15.000). Aus derselben Quelle sprudeln mehrere gezeichnete Figurenstudien von Busch, zu Taxen bis 1200 Euro.

          Zwischen Papierarbeiten des 19. Jahrhunderts steckt auch das mit 60.000 bis 80.000 Euro am h?chsten bewertete Los, n?mlich Adolph von Menzels Pastellkreiden-Bildnis von Caroline Arnold, sp?tere Freifrau Treusch von Buttlar-Brandenfels. Anfragen für Portr?ts lehnte Menzel stets ab, Ausnahmen machte er im Familien- und Freundeskreis, so auch hier, als er 1848 die Tochter eines seiner besten Freunde zeichnet, die den Betrachter aus blauen Augen anblickt; Menzels Zeichnungen ihrer Geschwister befinden sich seit langem in Museen. Aus der bedeutenden Zeichnungssammlung von Wolfgang Ratjen, deren Gro?teil nach dessen Tod die National Gallery in Washington übernahm, stammen mehrere Lose. Darunter ist Heinrich Brelings Aquarell vom prunkvoll orientalisch ausstaffierten Innenraum des Marokkanischen Palais, das Bayernk?nig Ludwig II. im Park von Schloss Linderhof errichten lie? (10.000/12.000).

          Von einem Fassadenentwurf Filippo Juvarras für den Turiner Palazzo Madama trennt sich die nahe San Francisco situierte Sammlung Piraneseum, einst besa? dieses Blatt der Architekt, der unter Kennedy die Renovierung des Wei?en Hauses betreute (4000/5000). Auch den Extrakatalog mit erlesener Druckgrafik beliefert das Piraneseum, unter anderen mit Radierungen seines Namensgebers. Hauptlose der Grafik-Offerte stammen erneut von Dürer, dabei der Kupferstich ?Junge Frau vom Tode bedroht“ als seltener Frühdruck (40.000/50.000), sowie von Rembrandt, der mit einem Abzug vom ?Arzt Ephraim Bonus“ gl?nzt (30.000/40.000).

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